
Was beim Atmen durch die Nase geschieht
Beim Weg durch die Nase wird die eingeatmete Luft erwärmt, befeuchtet und teilweise gefiltert. Die Nasenatmung ist damit ein Teil der normalen Atemfunktion. Wie frei dieser Weg ist, hängt unter anderem davon ab, ob die Nase gerade verstopft oder die Durchgängigkeit dauerhaft eingeschränkt ist.
Wenn Sie den Mund öffnen müssen, um ausreichend Luft zu bekommen, erzwingen Sie kein bestimmtes Atemmuster. Es ist sinnvoller, zunächst den Grund für die erschwerte Nasenatmung zu klären. Ein allgemeiner Tipp aus einem Blog ersetzt keine Untersuchung anhaltender Beschwerden.
Stickstoffmonoxid gehört zur Atemphysiologie
Stickstoffmonoxid, abgekürzt NO, wird in den oberen Atemwegen und besonders den Nasennebenhöhlen gebildet. Seine Rolle in der Nasenluft ist wissenschaftlich beschrieben. Dieser biologische Zusammenhang erklärt, weshalb Nasenatmung auch in der Atemforschung betrachtet wird.
Daraus lässt sich weder ein allgemeiner Schutz vor Infektionen noch eine feste prozentuale Verbesserung der Sauerstoffversorgung versprechen. Wie viel Luft Sie aufnehmen und wie Sie eine Situation vertragen, hängt von mehreren Faktoren ab. Eine einzelne Zahl ohne die Bedingungen der Untersuchung hilft bei einer persönlichen Empfehlung wenig.
Eine kurze Beobachtung ohne Atemzwang
Setzen Sie sich bequem hin und lassen Sie die Schultern locker. Beobachten Sie zunächst, wie Ihre Atmung von selbst erfolgt. Ist die Nase frei, können Sie einige Atemzüge ruhig durch die Nase kommen und gehen lassen. Atmen Sie dabei nicht absichtlich besonders tief und halten Sie die Luft nicht an.
Diese Beobachtung soll angenehm sein. Wenn Sie Luftnot, Schwindel oder Unbehagen bemerken, beenden Sie die Übung und kehren zu Ihrer gewohnten Atmung zurück. Bei bestehenden Atemwegs- oder Herzerkrankungen werden zusätzliche Übungen passend zur medizinischen Situation angeleitet.
Atmung verändert die HRV während einer Übung
Bei angeleitetem HRV-Biofeedback wird die Reaktion des Herzschlags während der Atmung sichtbar. Sie lernen einen passenden Rhythmus kennen und beobachten, wie Sie sich dabei fühlen. Das Ziel ist keine möglichst große Luftmenge, sondern eine verträgliche, wiederholbare Übung.
Ein höherer HRV-Wert während einer Atemübung hat eine andere Aussage als Ihr Ruhewert ohne Vorgabe. Die direkte Reaktion ist nicht automatisch ein Nachweis langfristig besserer Erholung. Deshalb wird zwischen Übungssituation und vergleichbarer Verlaufsmessung unterschieden.
Nasenatmung und IHHT sind unterschiedliche Verfahren
Bei gewöhnlicher Nasenatmung atmen Sie die vorhandene Umgebungsluft. Bei IHHT wird die Sauerstoffkonzentration der Atemluft gezielt verändert, während Sie eine Maske tragen. Eine ruhige Atembeobachtung ist deshalb kein Ersatz für eine IHHT-Anwendung und braucht auch keinen solchen Wirkungsanspruch.
Für Ihre Entscheidung hilft die konkrete Frage: Möchte ich meine gewohnte Atmung beobachten, ein angeleitetes Biofeedback kennenlernen oder Informationen zum Sauerstofftraining? In der Atemlounge Überlingen besprechen wir diese Anliegen getrennt und wählen ein Vorgehen, das zu Ihren Voraussetzungen passt.
Wenn die Nasenatmung dauerhaft schwerfällt
Eine ständig behinderte Nasenatmung, ausgeprägtes Schnarchen oder der Verdacht auf Atemaussetzer im Schlaf sollte medizinisch angesprochen werden. Den Mund nachts eigenständig zuzukleben ist dafür keine geeignete Abklärung. Entscheidend ist, weshalb die Atmung eingeschränkt ist.
Wenn Sie Ihre Atmung im Zusammenhang mit Stress und Erholung kennenlernen möchten, können Sie ein persönliches Gespräch anfragen. Bringen Sie dabei auch vorhandene Befunde und Ihre bisherigen Erfahrungen mit. Eine hilfreiche Übung muss angenehm und im Alltag umsetzbar sein.
Eine kleine Übung darf einfach bleiben
Nehmen Sie für eine Minute wahr, ob die Luft durch die Nase frei und angenehm einströmt. Verändern Sie zunächst weder Atemtiefe noch Atempausen. Wenn die Nase nicht frei ist, wird die Atmung nicht erzwungen. Eine dauerhaft behinderte Nasenatmung gehört fachlich abgeklärt.
Bei einer angeleiteten Atemübung zählt die Verträglichkeit. Schwindel oder Luftnot sind kein Zeichen eines besonders erfolgreichen Trainings. Auch die Verbindung mit HRV braucht passende Messbedingungen. Nasenatmung verändert nicht automatisch den Sauerstoffanteil der Umgebungsluft und ist deshalb kein Ersatz für ein IHHT-Verfahren.
Dieser Beitrag dient der Information. Persönliche gesundheitliche Fragen und die Eignung für IHHT klären wir vor einer Anwendung; erforderliche medizinische Untersuchungen gehören in ärztliche Hände.


